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Kleiner Beitrag zur Klimaveränderung [Update!]

Luftbild

"Wasser predigen und Wein trinken" ist eine gute Umschreibung für öffentliches Einfordern von klimaneutralem Verhalten, und andererseits bis zu 30 neue Kohlekraftwerke zu planen.

Eines dieser klimapolitisch zumindest fragwürdigen Neubauten soll ja nun in Lubmin entstehen.


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Lubmin, ehemaliger Standort des Kernkraftwerkes Nord bis zur Wende 1989, mittlerweile zum Atommüllzwischenlager herausgeputzt, liegt nur einen Steinwurf entfernt von einer der beliebtesten Ferienziele in Deutschland: der Insel Usedom. Und das auch noch in so exponiert ungünstiger Lage, dass der meistens vorherrschende Westwind die Sachen, die wahrscheinlich aus den Schornsteinen quellen werden, alles schön Richtung Usedom bläst.

Investor ist die dänische Firma DONG Energy. Gebaut werden soll ein Kraftwerk mit ca. 1500 Megawatt Leistung, also nicht gerade ein Kleines. Brennstoff wird Steinkohle sein, diese soll dieses Meisterwerk moderner Ingenieurskunst via Ostsee beziehen, die Verbrennungsrückstände. werden.. äh... hat das eigentlich schon jemand öffentlich bekanntgegeben?

Das ein Kohlekraftwerk inmitten einer Urlaubsregion überhaupt genehmigt wurde, zeigt das Dilemma, in welchem die Politiker des Landes Mecklenburg-Vorpommern stecken: Tourismus als Einnahmequelle ist für das Land sehr bedeutend, aber nur ein Bein, auf dem man normalerweise nicht stehen kann. Das bisschen Industrie konzentriert sich auf die wenigen Städte des Landes. Und so sucht man händeringend nach Investoren, die Geld und Arbeitsplätze ins Land bringen.

Das dies kein zweites Standbein sein kann, fällt eigentlich sofort auf, es ist eher eine wackelige Krücke. Spätestens dann, wenn das Kraftwerk arbeitet, werden jetzt noch nicht überschaubare Probleme auf die Region Usedom und Wolin, aber auch Rügen zukommen.

Manche Politiker scheint das jedoch kaum zu interessieren, das Kraftwerk muss her.

Als zaghaft angedeutete Piroutte muss man wohl werten, wenn Schweriner Politiker inzwischen den Investor darum betteln anfragen, die Kraftwerksleistung zu halbieren. Naja, erwartet da jemand Wunder oder was?

Weiter Informationen:

Update 8.2.2008:

Weitere interessante Informationen gegen den Kraftwerksbau:

Kommentare

Kohlekraftwerk

Die Denkweise scheint wohl zu sein, die Pommern schlucken alles für ein paar in Aussicht gestellte Arbeitsplätze oder haben schon den Mut zum Widerstand verloren.

Da muss ich dir recht geben,

Da muss ich dir recht geben, es drängt sich förmlich der Eindruck auf, dass manche glauben, das Völkchen dort im Nordosten nimmt vieles ohne zu Murren hin. Aber noch bin ich ganz zuversichtlich, dass es nicht so ist.

Hoffentlich hilft der G8-Gipfel

Klar wird gehofft, dass "das kleine Völkchen im Nordosten" das ohne Murren hinnimmt. Insgeheim wird wohl auch gehooft, dass die Arbeitsplätze, die an der Dong-Investition hängen Kritiker verstummen lassen. Auf der anderen Seite wird aber auch verschwiegen, wieviele Arbeitsplätze ein Rückgang der touristischen Attraktivität in der Region vernichten würde.
Ich hoffe nur, dass im Zuge des gegenwärtigen Gipfels in Japan doch noch eine Verlängerung der Atomkraftwerke bewirkt wird. Diese bergen zwar auch Gefahren, liefern aber klimaneutralen Strom und würden neue Kohlekraftwerke unnütz machen.

Keine Lösung

Damit das Kohlekraftwerk nicht gebaut wird auf Atomenergie zu setzen, kann auch nicht die Lösung sein - ist das gleiche wie zwischen Choera und Pest wählen zu müssen.
Außerdem ist Atomenergie längst nicht so unproblematisch und preisgünstig wie immer behauptet - unsere Enkel werden sich freuen, wenn sie sich mit unseren strahlenden Rückständen herumschlagen dürfen. Wir sollten nich so verantwortungslos sein!

@Pete

Sicher sind Atomkraftwerke auf lange Sicht auch keine Lösung. Momentan verfügen wir jedoch über diese Technologie und können damit auch unseren Strombedarf decken. Ich persönliche fände es jedoch besser, wenn diese noch einige Jahre weiter betrieben würden, bis sauberere Alternativen zur Verfügung stehen. Dein Pest- und Choleravergleich trifft leider auch auf den Atomausstieg zu. Es kann meiner Meinung nach nicht sein, dass Atomkraftwerke abgeschaltet werden und dafür CO2-Schleudern errichtet werden, um die entstandene Energielücke zu schließen.

Einverstanden

Ein Energiemix, in dem Atomkraft enthalten ist, wird wohl jetzt und in naher Zukunft leider unabdingbar sein. Mit der Einschätzung, dass das Zeug, was so ein Kohlekraftwerk in die Luft pustet, schlimmer wäre als radioaktiven Müll unter Kontrolle zu halten, würde ich vorsichtig sein. Ich denke da nur an sogenannte Endlager in undichten Salzstöcken oder die regelmäßig auftretenden Pannen bei AKWs (Aktuell:
http://www.heise.de/tp/blogs/2/112950)
Die starke Auswirkung von Radioaktivität auf den Organismus ist bekannt und wird leider verdrängt.
Selbst wenn wir das Zeug zum Mond schiessen könnten würde immer noch die Gefahr bestehen, dass wir ihn verfehlen und uns der Müll auf die Birne fällt. Keine schöne Vorstellung.
Aber klar ist: ich befürworte hiermit keineswegs den Bau eines Kohlekraftwerkes in Lubmin. Aber Atomkraft ist auch nicht die goldene Lösung.

Ich schicke noch ein 'l'

Ich schicke noch ein 'l' für die Cholera hinterher

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