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Mecklenburg-Vorpommern - ein Überblick

Kartengrundlage mit freundlicher Genehmigung

Mecklenburg-Vorpommern

1. Allgemeiner Überblick

Mecklenburg-Vorpommern wird seit der Kreisgebietsreform 1994 in sechs kreisfreie Städte und zwölf Landkreise gegliedert. Sie umfassen 1075 Gemeinden, die wiederum häufig aus mehreren Siedlungen bestehen. Mehrere Gemeinden sind jeweils zu Ämtern zusammengefaßt, 56 Gemeinden sind amtsfrei.

Für die Aufgaben der Raumordnung und Landesplanung zeichnen vier Planungsregionen verantwortlich (Westmecklenburg, Mittleres Mecklenburg/Rostock, Mecklenburger Seenplatte und Vorpommern), die Ebene der Regierungsbezirke gibt es in Mecklenburg Vorpommern nicht. Die Grenze zwischen den mecklenburgischen und der vorpommerschen Planungsregion ist nicht identisch mit den historischen Landesgrenzen, vielmehr richtet sich die Abgrenzung auch infolge einiger Korrekturen im Zuge der Kreisgebietsreform nach den neuen Kreisgrenzen von 1994.[1]

Eine zentrale Aufgabe der geographischen Wissenschaft ist die Regionalisierung von Räumen. Hinter der Regionalisierung touristisch genutzter Räume steht die Absicht, „Grundlagen für die planerische Gestaltung von Erholungsgebieten zu erarbeiten, in denen unter dem Blickwinkel unterschiedlicher Interessen bei der Mehrfachnutzung der Flächen und damit der räumlichen Ressourcen negativ wirkende Interferenzen vermieden werden sollen.“[2]

Die touristisch orientierte Regionalisierung ist dabei nicht losgelöst von der politischen Gliederung und der raumordnerischen Herausbildung von Planungsregionen zu betrachten, da diese jeweils in vielen Bereichen einander beeinflussen. So decken sich in etwa die Kreisgebietsgrenzen mit den der Tourismusregionen, so daß deren Entwicklung nicht durch Abstimmungsprobleme verschiedener politischer Verwaltungen gebremst wird.

Die touristisch genutzten Regionen werden nach Bütow (in Weiß, W., 1996, S.167ff.) in zwei Makroregionen, der Mecklenburg-Vorpommerschen Küstenregion und der Mecklenburgischen Binnenregion, untergliedert. Diese Makroregionen unterteilen sich jeweils wieder in mehrere Mesoregionen1. Allerdings umfassen diese Regionen nur gut die Hälfte der Fläche Mecklenburg-Vorpommerns, das heißt, in den anderen Regionen fehlt der Wirtschaftszweig Tourismus beziehungsweise ist er stark unterentwickelt. So ist es unumgänglich, daß die Grundsätze und Prinzipien zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung des Landes regional differenziert angewendet werden müssen. Da Planungsräume und auch Landkreise jeweils Regionen beiden Typus umfassen, ist hier schon ein solches Vorgehen erforderlich.

Fußnoten:
[1] Weiß, W. (Hrsg.)1996: Mecklenburg-Vorpommern: Brücke zum Norden und Tor zum Osten. Klett-Perthes Verlag, Gotha
[2] Benthien, B.,1997: Geographie des Tourismus. Gotha, Perthes-Verlag

2. Touristisch genutzte Räume in Vorpommern

In der Planungsregion Vorpommern befinden sich die wichtigsten touristischen Regionen des Bundeslandes. Sie sind das Ziel von mehr als der Hälfte der Besucher Mecklenburg-Vorpommerns1. Zu nennen wären Fischland-Darß-Zingst, Rügen und Usedom. Sie machen etwa zwei Drittel der „Mecklenburgisch-Vorpommerschen Küstenregion“ aus. Hierbei handelt es sich um ländliche, dünn besiedelte Räume. Städte als touristisch genutzte Punkte sind von deutlich geringerer Zahl.

Die Probleme der Raumstruktur in der Planungsregion Vorpommern sind besonders ausgeprägt. Dieser Zustand beruht einerseits auf der peripheren Lage innerhalb Deutschlands und andererseits auf der starken Ausrichtung der Wirtschaft auf den Tourismus, wobei die positiven Sekundäreffekte auf das Hinterland kaum zu verzeichnen sind. Alternative Wirtschaftszweige zum Tourismus sind nur gering entwickelt. Diese wirtschaftsstrukturellen Schwierigkeiten betreffen vor allem diejenigen Räume, die außerhalb der touristisch genutzten Regionen liegen.

[3] vgl. Weiß, W. (Hrsg.)1996: Mecklenburg-Vorpommern: Brücke zum Norden und Tor zum Osten. Klett-Perthes Verlag, Gotha, S.186

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